Queen of the Hills: Die vielen Schätze Darjeelings

Umgeben von dichten Wäldern, Wasserfällen und steilen Hängen war Jungpana einst ein abgeschiedener Rückzugsort. Heute ist das Teegut modernisiert und für Besucher geöffnet – und pflegt weiter sein Erbe.

Queen of the Hills: The many Treasures of Darjeeling
Passende Geschichte

Die grüne Insel in den Bergen: Jungpana Tea Estate

Kaum ein Name steht so sehr für hochwertige Teetradition wie Darjeeling. Der „Champagner unter den Tees“ gilt als unkomplizierter Alltagstee, steht in vielen deutschen Küchenregalen und ist die erste Wahl für jede Gelegenheit, die nach einer dampfenden Tasse verlangt. Als Region liefert Darjeeling mehr als genug saisonale Ernten von unterschiedlichem Charakter und unterschiedlicher Intensität, um eine ganze Kollektion zu füllen. Für Eduard/Himalaya war es der ideale Ausgangspunkt, um Teetrinkerinnen und Teetrinker dort abzuholen, wo es vertraut ist, bevor es auf die andere Seite der Berge in weniger bekanntes Gebiet geht.

Das Gewimmel der dicht besiedelten Städte Westbengalens bildet einen scharfen Kontrast zur stillen Gelassenheit der Teegärten. Die Stadt Darjeeling zieht Reisende aus Indien und aller Welt an – wegen ihrer Schmalspurbahn und der malerischen Panoramen, die ihr den Beinamen „Queen of the Hills“ eingebracht haben. An klaren Tagen lässt sich der Kangchendzönga, der dritthöchste Berg der Erde, von einem Aussichtspunkt kurz vor der Stadt bewundern.

Healthy Soil, Healthy Mankind

Eine Leitfigur für den Tee der Region ist Rajah Banerjee – ein Mann, der laut Eduardo einen Raum allein durch sein Eintreten zum Schweigen bringen kann. Sein Projekt Rimpocha ist eine treibende Kraft hinter dem Wandel der Landwirtschaft in Darjeeling. Rimpocha, ein Wortspiel aus „Rinpoche“, einem buddhistischen Begriff für eine verehrte Lehrerin oder einen verehrten Lehrer, und „Cha“, Tee, ist eine Organisation, die Farmerinnen und Farmern beibringt, biologische Methoden umzusetzen und widerstandsfähig gegen zunehmend extreme Klimabedingungen zu werden. Banerjees Workshops stärken kleine Betriebe und fördern den Wandel hin zu nachhaltigen Praktiken – einschließlich fairer Löhne für die (überwiegend weiblichen) Arbeitskräfte auf den Teefeldern. Seine Philosophie „Healthy Soil, Healthy Mankind“ haben die meisten Produzenten der Region übernommen, auch das Jungpana Tea Estate.

Banerjee und Jungpana werden in dieser aktuellen Dokumentation der Deutschen Welle porträtiert.

Eine Seilbahn für Tee

Die Fabrik zu betreten ist ein intensives Sinneserlebnis: Die Luft ist schwer vom Duft frisch gepflückter Teeblätter, die welken und sich verwandeln. Jungpana ist das größte der drei Güter, die in der Himalaya-Kollektion vertreten sind. 1899 gegründet, ist es berühmt genug, um seine Tees allein über den Namen zu verkaufen. Statt sich darauf auszuruhen, arbeiten die Betreiber ständig daran, ihr Handwerk zu verbessern und ihre Verbindung zum umliegenden Land zu vertiefen. Das Gut, das den Beinamen „grüne Insel in den Bergen“ trägt und einst so abgelegen war, dass man es nur zu Fuß erreichte, hat seine Infrastruktur in den letzten Jahren ausgebaut. Eine Zufahrtsstraße und eine Brücke erleichtern den Zugang, und der Umstieg von Holz auf Gas macht die Arbeit effizienter und schont die Beschäftigten in der Fabrik. Manche der ursprünglichen Methoden sind aber unangefochten: Was zwischen Feldern und Fabrik eine 50 Kilometer lange Fahrt wäre, überbrückt eine zwei Kilometer lange Seilbahn, die die Ernte allein mit Schwerkraft innerhalb von Minuten von einem Hügel zum nächsten bringt. Sie ist so alt, dass sich heute niemand auf dem Gut mehr erinnert, wann und wie sie gebaut wurde – und spart weiterhin wertvolle Zeit und Energie.

2022 wurde Jungpana von Mayfair Hotels übernommen, deren Investitionen entscheidend für die weitere Modernisierung und den Ausbau einer umweltbewussten Landwirtschaft sind. Im Sinne der Werte von Rimpocha hat sich die Gruppe verpflichtet, 250 örtliche Familien, die mit dem Gut verbunden sind, durch Gemeinwesenarbeit, sichere Beschäftigung und die wirtschaftliche Stärkung von Frauen zu unterstützen. Ein zusätzlicher Fokus auf Tourismus mit Erlebnissen rund um Teeverkostung, Wissensvermittlung und die direkte Begegnung mit der Landschaft gibt einen weiteren hoffnungsvollen Ausblick: In einer Zeit, in der viele Gärten vor einer unsicheren Zukunft stehen, ist Jungpana ein seltenes Beispiel dafür, wie Erbe, Nachhaltigkeit und zeitgenössische Vision zusammenkommen können, um die Zukunft eines der bekanntesten Teegüter Darjeelings zu sichern.

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